Urlaubstagebuch Berlin
Wochenende September 2008

Anmerkungen:

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Inhaltsverzeichnis


25.09.2008 - Anreise und Ankunft

Es geht ziemlich früh zum Flughafen, da ich heute noch eine Tagung habe, die uns dazu veranlasst hat, ein verlängertes Wochenende in Berlin zu verbringen. Der Flug verläuft ohne Probleme.

Vom Flughafen geht es dann quer durch Berlin zu unserem Hotel in Britz. Das dauert über eine halbe Stunde, aber wie immer sind wir über die Berliner Verkehrsbetriebe begeistert. Hier kann man wirklich von überall nach überall fahren.

Wir sind natürlich viel zu früh und können erst einmal nur unser Gepäck abstellen. Danach trennen wir uns erst einmal, Susanne macht einen Stadtbummel, erste Infos und einen Besuch der Hackeschen Höfe. Außerdem kauft sie noch eine 3-Tageskarte "Berlin WelcomeCard". Das lohnt sich auch dann, wenn man nur die öffentlichen Verkehrsmittel oft benutzt. Darüberhinaus gibt es noch bei vielen Geschäften/Restaurants Nachlass. Mit Entwertung beginnt dann erst die Gültigkeit, so dass man die Karte schon vorab kaufen kann.

Ich tage erst einmal. Am Abend gibt's dann ein gemeinsames Essen und auch noch "Unterhaltung" und irgendwann geht es dann mit dem Taxi ins Hotel.

Nachdem es im Vorfeld wegen eines Zahlendrehers bei der Kreditkarte zu einigen Problemen mit unserer Buchung gekommen ist, kann man das Hotel insgesamt empfehlen, wenn auch das Frühstück nicht ganz dem entspricht wie auf der Webseite des Hotel geäußert. Aber halt guter Durchschnitt. Und für den Preis in Berlin wirklich akzeptabel. Man muss aber bedenken, wo man viel unternehmen will. Die Wege in die City und westliche Abschnitte nehmen doch einige Zeit in Anspruch. Gesammelt über alle Tage waren wir ziemlich lange in der U-Bahn unterwegs.

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26.09.2008 - Radtour Kreuzberg (Spree/Landwehrkanal)

Nach ruhiger Nachtruhe und unserem Frühstück wollen wir heute zunächst eine Radtour nach Kreuzberg absolvieren. Wir sind ja inzwischen schon des öfteren in Berlin gewesen und möchten diesmal mehr die "Ränder" und Potsdam besuchen.

In der Nähe des Bahnhofs Friedrichsstraße finden wir einen Fahrradverleih, der auch gute Fahrräder im Angebot hat und mieten uns für einen Tag die Räder
(€ 14,50 pro Rad). Es scheint zwar die Sonne, ist aber doch empfindich frisch, so dass wir uns warm einpacken.

Wir fahren bis Kreuzberg an der Spree bis zur Oberbaumbrücke (mit kurzem Abstecher durch das Nikolaiviertel) und fahren dann quer durch diesen bunten Stadtteil, der wunderschön ist. Eine Vielzahl von Geschäften mit sehr sinnigen Namen, schönen Häusern und bunter Vielfalt. Es sieht alles hier sehr friedlich aus - man kann sich gar nicht vorstellen, dass hier am 30.04. immer Krawall ist.

Danach geht es dann hinunter zum Landwehrkanal, wo Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ermordet wurden. Solange es möglich ist, gibt er uns wieder Richtung Innenstadt die Richtschnur vor. Über den Potsdamer Platz geht es zum Brandenburger Tor, ehe wir unsere Fahrräder wieder am Bahnhof Friedrichsstraße zurückgeben.

Was uns total freute und überraschte, war die unglaubliche Hilfsbereitschaft der Berliner (und Zugereisten). Jedesmal, wenn wir an irgendeiner Kreuzung unsere Karte oder unseren Reiseführer zur Hand nahmen, hat es keine zwei Minuten gedauert, bis irgend jemand kam und "Kann ich Ihnen helfen?" fragend an uns richtete. Obwohl es auch noch "andere" Kandidaten gibt (siehe 27.09. Schifffsfahrt und 28.09. Flohmarkt), hat uns das sehr gefreut.

Auch wenn es Berliner wahrscheinlich nicht gerne hören, jedesmal zu sagen, das ist halt die Berliner Schnauze, wenn man einfach nur unfreundlich ist, haben wir doch seit dem "offenen" Berlin eine merklich andere Stimmung und Freundlichkeit ausgemacht. Vielleicht durch die vielen Zugereisten, aber egal, warum, es macht mehr Spaß. Dies gilt im übrigen, bis auf die Ausnahmen, auch bei Bedienung in Geschäften und Restaurants.

Danach geht es erst einmal zum Schuhe-Shopping von Susanne - und das dauert etwas länger, sie wird zwar schnell fündig, aber die Größe passt nicht. Kein Problem, im Computer geprüft, und siehe da, Filiale am Bahnhof Zoo hat die richtige Größe. Also nix wie hin und Schuhe kaufen.

Am Abend machen wir dann noch einen Bummel durch die Hackeschen Höfe und essen anschließend beim Italiener Ossena um die Ecke - sehr empfehlenswert. Müde geht es ins Hotel und wir schlafen wie die Murmeltiere.

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27.09.2008 - Potsdam und Havel-Bootsfahrt

Wir planen heute eine Fahrt nach Potsdam (S-Bahn), dort eine Stadtrundtour mit dem Fahrrad und anschließend mit einem Ausflugsdampfer wieder zurück nach Berlin zu fahren. Nach dem Frühstück geht es daher direkt über U- und S-Bahn bis nach Potsdam.

Dort angekommen, suchen wir einen Fahrradverleih, den wir auch, nach einigen Nachfragen, unterhalb des Hauptbahnhofes in einem Container finden. Die zur Miete angebotenen Räder sind nicht so neu wie von gestern, aber doch okay und genügend bei einer Stadttour ohne Berge und außerdem auch etwas preiswerter (€ 11,--). Ferner erhalten wir einen Flyer, den der Verleiher uns auch noch wunderbar und freundlich erklärt und es uns ermöglicht, danach eine richtige Rundfahrt in und um Potsdam durchzuführen. (siehe Link von der Webseite des Verleihers).

Noch nicht einmal Kaution müssen wir zahlen - nur den Ausweis will er sehen, um sich die Daten zu notieren. Danach geht es erst einmal zum Hafen, wo wir die Abfahrtszeiten für unseren "Dampfer" heute nachmittag noch einmal prüfen wollen. Anschließend geht es dann wie im Flyer vorgegeben auf die Rundfahrt.

Diese führt uns zunächst zum Park und Schloss Sanssouci. Diesen Park haben wir vor 4 Jahren länger besucht und sicherlich wäre er immer wieder einen längeren Besuch wert, heute aber schauen wir uns nur kurz das Chinesische Haus an, das auf unserem Weg liegt und fahren danach gleich weiter in Richtung Innenstadt, um uns das hölländische Viertel anzuschauen.

Wir müssen uns dort erst einmal durch Markt und Wahlwerber (Kommunalwahl am 28.09.) durchboxen und brauchen einen Moment ehe wir in einer Nebenstraße das Viertel entdecken. Wir schließen die Räder ab und machen uns auf einen Bummel durch das Viertel auf. Alles in schönem roten Backstein gebaut, würde es in einem einen "Zeitsprung" auslösen, wären da nicht die vielen Autos auf der Straße.

Dieser Besuch lohnt sich und auch unsere anschließende Durchfahrt durch die "Russische Kolonie Alexandrowka", die nach Zar Alexander I. benannt ist und von Friedrich Wilhelm III. angelegt wurde. Ein paar schöne Häuser, die man leider nicht von Innen sehen konnte. Danach geht es dann in den Neuen Garten, der uns bis zum Jungfernsee bringt.

Auch hier könnte man noch einiges besichtigen, aber wir mussten jetzt ein wenig auf die Pedale und das Tempo drücken, damit wir unser Schiff nicht verpassen. Entlang des Jungfernsees ging es dann über die Glienicker Brücke, ehemals Grenzbrücke zwischen der BRD und DDR. Man kann es sich heute gar nicht mehr vorstellen, wie düster und depremierend es wohl hier früher ausgesehen hat. Heute ist hier ein wunderschönes Freizeitgebiet.

Anschließend geht es weiter, jetzt wieder Richtung Innenstadt und hier war es etwas schwierig, die Orientierung zu behalten, da die Beschilderung nicht mehr eindeutig und einiges an Wegen angelegt war. In Potsdam angekommen, hat uns ein freundlicher ortskundiger Radfahrer bis zum Hauptbahnhof geleitet wo wir unsere Fahrrader zurück gaben und uns dann beeilten zum Hafen zu kommen.

Wie ärgerlich war es dann zu erfahren, dass es gar keiner Eile bedurft hätte, denn unser Schiff kam nicht. Nachdem wir nicht ein Einzigen waren, die auf die Ankunft des Schiffes warteten, habe ich dann bei der Reederei angerufen und nachgefragt. Dort hatte man nichts besseres zu tun, als mir die Auskunft zu erteilen, dass nicht genug Fahrgäste da waren und das Schiff daher nicht abgelegt hat.

Und dies mit einer Unfreundlichkeit, nachdem ich mal angemerkt habe, dass man ja wenigstens hier eine Information hätte auslegen können, die jeder Beschreibung spottet. Da kam dann die richtige "Berliner Schnauze" zum Vorschein. Eine Geschäftspolitik, die wohl nur möglich ist, weil es genügend "Touristen" gibt und man sich nicht um sie bemühen muss. Das war ein richtiges Negativbeispiel von Berlin.

Zum Glück gab es dann noch die Möglichkeit mit der Weissen Flotte Potsdam einen Ausflug zu unternehmen. Hier wurden wir dann wieder richtig freundlich bedient. Wir konnten zwar nicht bis Berlin zurück, aber eine Fahrt bis zum Wannsee war möglich. Wir buchten das gleich und es war dann eine wirklich schöne Schifffsfahrt, vor allem weil wir auch ein Traumwetter hatten und unser Kapitän sehr viel erzählte und erklärte. Hier war ja mal Grenzgebiet.

In Wannsee angekommen, ging es dann mit der S-Bahn zurück nach Berlin bis Bahnhof Charlottenburg. Nach einem Bummel durch den Park von Schloss Charlottenburg noch einen Abstecher durch das Regierungsviertel. Ein wunderschönes Brandenburger Tor in der Abendsonne lädt dann noch zu einem kleinen Spaziergang ein, der uns an den Gendarmenmarkt führt, wo wir den Abend im "Cafe im Konzerthaus" mit einem Essen beschließen. Das Ambiente erinnerte zwar mehr an Kantine, aber Bedienung und Essen waren hervorragend.

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28.09.2008 - Meilenwerk und Flohmarkt (Museumsinsel)

Heute steht noch ein Highlight bevor, das wir jedem Berlin Besucher nur empfehlen können. Es geht zum Brunch ins Restaurant Torfeo, das im Meilenwerk Berlin ist. Ich zitiere aus Wikipedia-Eintrag:

Unter dem Markennamen Meilenwerk präsentieren sich derzeit in Berlin und Düsseldorf unter einem Dach Dienstleister und Händler rund um die Themen Motorrad und Automobil mit Spezialisierung auf den Bereich der Klassiker, Oldtimer und Sammlerfahrzeuge.

Und welche Traumautos da zum Betrachten stehen, lässt einem dann doch das Wasser im Mund zusammenlaufen. In Glasgaragen stehen private Oldtimer und im Gebäude selbst, ohne Abtrennung, Autos zum Kaufen. Einfach traumhaft.

Das Schöne: Nachdem wir uns einen Tisch ausgesucht haben und schon ein wenig unseren Magen gefüllt haben, können wir durch das Gebäude stromern und uns dabei Zeit lassen - der Tisch bleibt für uns frei - und können danach in aller Ruhe mit den nächsten Gängen weiter machen. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Soviele Oldtimer auf einer Stelle zu sehen, und Kindheitserinnerungen wach werden lassen, wenn man dann die Autos sieht, die von der Eltern früher gefahren wurden. Man möchte gar nicht mehr weggehen.

Aber irgendwann ist man dann doch gesättigt, sowohl von den Speisen als auch vom vielen Betrachten und wir wollen jetzt noch zum Abschluss, ehe wir dann zum Flughafen fahren müssen, noch auf den Flohmarkt an der Museumsinsel gehen. Dort waren wir schon bei unseren letzten Berlinbesuchen und Susanne ist da auch schon öfter fündig geworden und hat viel Geld für die Berliner Schuldenkasse da gelassen.

Wir fahren mit Bus und U-Bahn wieder in die Stadtmitte und bummeln gemütlich über den Flohmarkt. Bei einem Stand sehe ich dann wunderbare Kunst T-Shirts mit Motiven von Berlin und ehe ich die näher betrachten will und mir vermutlich auch eines gekauft hätte, wollte ich den Stand fotografieren, weil gerade niemand davor stand und ich fand, dass das ein schönes Motiv ist.

Na, da war aber was los! Faucht (und das meine ich wörtlich) mich die Verkäuferin derart an, wieso ich dazu komme, hier einfach zu fotografieren. Vor Schreck bin ich erstmal total sprachlos, ehe ich dann anmerke, dass dies ein öffentlicher Raum ist und am Stand auch nirgends ein Schild zu sehen ist, dass hier Fotografieren verboten wäre.

Ich vermute ja mal, dass die junge Dame meinte, ich wolle ihr Motive klauen, was ja an sich schon bescheuert ist, denn dann hätte ich mich sicherlich zum Fotografieren nicht genau vor den Stand gestellt, aber man hätte ja einfach mal vielleicht ganz höflich darauf aufmerksam machen können, doch bitte nicht zu fotografieren.

Da ich keinen Ärger wollte, habe ich ihr angeboten, die Fotos zu prüfen (ich habe nämlich nur den Stand, nicht ein einzelnes Motiv fotografiert), was sie aber ablehnte (ne, die will ich überhaupt nicht sehen). Auf meine Anmerkung hin, dass ich eigentlich ein T-Shirt kaufen wollte, kam dann zurück: "Ihnen verkoofe ich überhaupt nischt". Naja, dann halt nicht.

Liebe Berliner, auch wenn Ihr so etwas immer mit der "Berliner Schnauze" entschuldigt - ich fand's einfach nur unhöflich. Und in diesem Fall auch nicht gerade umsatzfördernd. Aber, wie gesagt, das hat sich mächtig gewandelt und vermutlich findet man in Frankfurt auch so unhöfliche Leute, die was anbieten, aber nicht verkaufen wollen. Ändert aber nix dran, dass wir sicherlich wieder nach Berlin kommen.

Susanne findet auch nichts, um die Berliner Schuldenkasse zu entlasten und so machen wir uns dann langsam zur U-Bahn auf und treffen dabei noch auf die letzten Marathonläufer, die noch nicht im Ziel sind. Respekt vor soviel Energie. Der Flug bringt uns dann schnell nach Hause.

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29.09.2008 - Fazit

Es war wieder ein sehr schönes verlängertes Wochenende in Berlin, dass uns diesmal mehr an die Peripherie geführt hat und uns die Erkenntnis brachte, dass Potsdam sicherlich ein eigenständigen Besuch verdient hat. Tolle Stadt und die Umgebung bietet sehr viel. Das steht jetzt auf jeden Fall auf der Agenda.

Es hat ziemlich lange gedauert, bis ich dazu kam, endlich meine Notizen hier zu übertragen und die Seite online zu stellen. Vieles ist schon wieder "aus dem Sinn", manches nicht mehr lesbar. Zeigt wieder, dass man das doch direkt machen sollte, aber manchmal ist einfach keine Zeit da.

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Verwendete Literatur:


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