Urlaubstagebuch 11. RIS-Kanu-Tour
August 2007 - Wochenende

Anmerkungen:

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Inhaltsverzeichnis



Was ist der Unterschied zwischen Ruderer und Kanuten?

Der Ruderer sagt: Scheiße da hinten war eine Kneipe, da hätten wir Pause machen können.
Der Kanute sagt: Da vorne kommt eine Kneipe, da können wir eine Pause machen!

Herkunft: ich habe keine Ahnung.


24.08.2007 - Anfahrt und Treffen

Wie in jedem Jahr wird die Kanutour schon früh geplant und dieses Jahr stand die Eder auf dem Plan. Gegen 11:00 Uhr werde ich von Sibylle angerufen und ich befürchte schon das Schlimmste. Da es die vergangenen Tage erheblich geregnet hat, haben viele Flüsse Hochwasser und u.a. auch die Eder. Fünf Minuten vorher habe ich mein Auto geladen. Aber, ein Glück, Sibylle teilt nur mit, dass alles umgeworfen wurde und wir die beiden Tage auf einem Campingplatz in Obermelsungen verbringen und auf der Fulda unser Glück versuchen.

So düse ich dann gegen 13:00 Uhr los in Richtung Rosbach, wo bereits die Kollegen vom Fleischwerk Brandenburg mit der köstlichen Verpflegung für's Wochenende angekommen sind. Ferner hier mal ein nachdrückliches Lob an die Firma "Dr. Eckhardt & Partner GmbH", die uns 130 Liter köstliches Nass im Fass (sprich: Pils) spendiert haben. Gemeinsam wird dann alles auf den Hänger von Sibylle geladen (diesmal mit einem ausgeliehenen Tiefkühlkontainer (TKK) wie er auch zum Transport für unsere Märkte genutzt wird - kostet normalerweise € 110,-- Pfand - hat uns noch autarker gemacht als sonst - nun tut er wieder Dienst in den Märkten). Nach und nach trudeln dann noch einige KollegenInnen ein, die von Rosbach aus losfahren und gegen 15:30 Uhr geht es Richtung Norden auf die Autobahn, und, klar doch, Standard-Freitag: in die Staus rein.

Zwischen die Wahl gestellt, Beifahrer einer hübschen Frau zu sein oder offen im Cabrio zu fahren, entscheidet sich Herbert für "Frau" und Helmut für "Offen", also für mich. Trotz der vielen Baustellen und immer wieder kurzer Stillstände kommen wir ganz gut voran und finden dann, Navi sei dank, auch gleich den Campingplatz, wo schon einige Kollegen aus Köln das erste Bier testen. Auch Burkhard mit dem Kanu-Hänger ist bereits eingetroffen.

Irgendwann geht es dann zu unserer Wiese, die wir direkt unten an der Fulda zugewiesen bekommen haben. Und jetzt kommt erstmal die Arbeit: Aufbau der Zelte. Und nach und nach trudeln alle TeilnehmerInnen ein und irgendwann ist dann das Camp auch fertig und es gibt ganz hervorragenden Gyros (an dieser Stelle mal ein Lob an die Brandenburger Kollegen!).

Aber auch dem Organisations-Team ein dickes Lob für das schnelle Umorganisieren, was ja nicht nur damit getan war, ein neues Domizil zu finden, sondern auch den bereits gebuchten Platz ohne Kosten wieder zu stornieren. PlanB (Busch: alles was nicht normal ist, ist Plan B!) war, wie sich am Sonntag herausstellte, ein voller Erfolg - da kann man nur das höchste Lob aussprechen: "EINS RAUF MIT MAPPE!".

Und dann kommt wie immer ein gemütlicher Abend am Lagerfeuer mit viel Quatschen, Trinken (das Bier frisch gezapft aus Burkhard's super Anlage) und alles was dazu gehört. Die Schlafenszeit nimmt jeder nach seinem eigenen Bedürfnis (oder auch nicht) wahr. Und, vielleicht noch erwähnenswert, was ich auch erst in Wikipedia gelesen habe - die Fulda ist mit 218km der längste Fluss von Hessen - hätte ich nicht gedacht. Fulda und Werra sind die beiden Quellflüsse der Weser. Die Quelle der Fulda liegt unterhalb der Wasserkuppe in der Rhön (ca. 850m).

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25.08.2007 - Tour 1: Niederellenbach (FKM: 21,5) bis Obermelsungen/Campingplatz (FKM: 39)

Wie in jedem Jahr kommen die ersten verschlafenen Gesichter so gegen 07:00 Uhr aus den Zelten (die letzten verpassen fast das Frühstück) und wie immer braucht es zunächst einige Zeit, bis wieder Leben in der Bude ist. Die Sanitäranlagen auf dem Campingplatz sind, sagen wir es mal diplomatisch, noch etwas verbesserungsfähig, alle anderen Nachbarn und Dauercamper sind aber sehr freundlich und selbst unser direkter Nachbar, dem wir gleich vor dem Wohnmobil das Lagerfeuer entzündet haben, gibt keine Beschwerde ab. Ich bin mir nicht sicher, ob ich umgekehrt auch so reagiert hätte.

Helmut, unterstützt von Christian, (und natürlich von der "gigantischen, selbst konstruierten Grillmaschine von Burkhard") rühren wie immer Eier und Speck an, Kaffee läuft durch mehrere Kannen und weckt langsam die Lebensgeister aller TeilnehmerInnen. Und wie jedes Jahr erstaunt es mich wieder, dass wir irgendwann in dem ganzen Trubel und Durcheinander alles in Ordnung haben und abmarschbereit sind.

Burkhard hat einen etwaigen Einstiegsplatz für heute ausgelotet.
Der Aufwand für eine Kanutour ist doch immer enorm, heißt es doch, zunächst mal alle Teilnehmer an die Einstiegsstelle zu bringen, anschließend die Autos aber wieder zurück und die FahrerInnen dann wieder zur Einstiegsstelle geschafft werden müssen.

An dieser Stelle mal ein ganz, ganz dickes Lob an Lothar (Atze), einen Freund von Burkhard, der uns das ganze Wochenende betreut und geholfen hat ohne selbst mit zu paddeln. Das hat sowohl das Ein- und Aussteigen als auch die Mittagsrast erheblich erleichtert.

Wir steigen dann schließlich in Niederellenbach (Alheim) bei Fluss-Kilometer 21,5 ein und, im Gegensatz zu sonst, hat fast jeder von uns eine Schwimmweste an, da durch die vielen Regenfälle der vergangenen Tage doch mit starker Strömung zu rechnen ist. Von außen sieht auch die Strömung der Fulda beim Einstieg ziemlich gewaltig aus. Allerdings stellt sich dann auf dem Wasser heraus, dass das Ganze schlimmer aussieht als es ist und so verschwinden die Schwimmwesten nach und nach im Kanu. Mittags hat kaum noch einer eine Schwimmweste an - außer Helmut, er allerdings nicht zur Rettung, sondern aus Aberglauben, weil er, seitdem er Schwimmweste trägt, keinen unfreiwilligen Schwimmunterricht mehr nehmen musste.

Da ich nie Lust habe, lange beim Einstieg zu warten, "drängeln" wir uns etwas vor und zusammen mit Reiner (Frontpaddler), Jana (Paddlerin Nr. 1), Kerstin (Paddlerin Nr. 2) und mir (Steuermann) geht es dann ins Nasse. Der Einstieg klappt ganz gut (wir paddeln ja immer nur 1x im Jahr mit Ausnahme von Burkhard) und bald haben wir uns auch an einen guten Rhythmus beim Paddeln gewohnt.

Das Wetter ist zum Paddeln ideal. Trocken und, obwohl wir bald Sonnenschein haben, nicht zu warm. Wie sich nachträglich auch noch herausstellt, kam uns das viele Wasser in der Fulda auch insofern zu Gute, dass wir keine Routen suchen mussten, da der Fluss normalerweise nicht einfach so zu durchfahren ist. Teilweise war er extrem niedrig, so dass wir einmal auch aufgesetzt haben.

Für Verpflegung bis zur Mittagsrast ist ausreichend in flüssiger Form vorhanden, außer unser Kiddi-Boot: die haben doch tatsächlich kein Bier eingeladen. Gnädig geben wir eine Flasche weiter und so schnorren sie sich über den Tag bis zur Rast durch.

Schön ist es immer wieder, wenn wir uns mit vielen Booten zusammen treiben lassen und Geschichten und Geschichtchen erzählen, von denen so manche wohl etwas "aufgeplustert" ist, warum auch nicht, wird ja damit auch interessanter und machen wir ja schließlich alle so. Reiner hat nach ein paar Bierchen doch etwas Probleme mit der Ausbalancierung und so gibt es dann doch einige spitze Aufschreie im Boot. Jana geht es leider nicht so gut, hat Magenprobleme, hält sich aber sehr tapfer.

Bei Neumorschen (Morschen) (Flusskilometer: 26,8) geht es dann zum ersten Wehr und die Schleusen sind hier alle Handbetrieb. Das macht immer sehr viel Spaß, vor allem, wenn man nicht bei den ersten Booten ist und das alles nur beobachten darf. Zum Merken: Wie Burkhard erklärt, soll man nach Verlassen der Schleuse diese wieder mit Wasser voll laufen lassen, da sonst das ganze Holz austrocknet. Und da diese Schleusen ja heutzutage nur zur Freizeit benutzt werden und damit nicht mehr gepflegt werden, dies als Tipp an alle Kanufahrer. (gilt auch dann, wenn man es nicht so vorgefunden hat!).

So allmählich wächst der Hunger in uns und wir freuen uns schon auf unsere Rastzeit, die bereits von Lothar (s.o.) ausgespäht und der Grill vorgeheizt wurde. Wir steigen bei Beiseförth (Malsfeld) (Flusskilometer: 34) direkt an einem Sportplatz aus und freuen uns auf Bratwurst, Senf und Bier. Es liegt nun fast 3/4 der Tagestour hinter uns und nach einer ausgiebigen Pause geht es dann weiter bis zum Ausstieg am Campingplatz.

Jana hat sich dann entschlossen den letzten Teil nicht mehr mit zu paddeln, da es ihr nicht so gut geht und wird mit Lother zum Campingplatz fahren. Reiner, Kerstin und ich machen uns nun, frisch gestärkt mit Nahrung und neuer flüssiger Verpflegung auf, die letzten ca. 5 km zu paddeln.

Obwohl es jedes Jahr viel Spaß macht, ist man doch immer wieder nach dem ersten Tag geschafft (was sich dann abends auch am Bierkonsum bemerkbar macht - viel weniger als am ersten Tag), dass man sich dann sehr auf die Ausstiegsstelle freut und da wir heute nicht mehr lange zu paddeln brauchten bis diese schon von fern zu sehen war, muss man auch nicht nach jeder Kurve schauen, ob das Ende schon in Sichtweite ist.

Genau bei Fluss-Kilometer 39 liegt nicht nur unsere Ausstiegsstelle, sondern diese liegt auch unmittelbar bei unserer Campingwiese, so dass kein langes Herumtragen notwendig ist. Die Boote werden entleert und umgekippt (damit bei Regen kein Wasser reinläuft) und dann ist erst einmal Hochbetrieb in den Duschkabinen. Wir sind zum Glück als eines der ersten Boote da und haben noch keine Wartezeiten.

Anschließend ist Relaxen, Schlafen, Reden und was auch immer angesagt bis dann zum Abendessen geläutet wird. Hervorragendes Fleisch, hervorragend gegrillt mit jeder Menge Salate (die mit viel und mit wenig Kalorien) - was will man mehr. Unsere Jugendgruppe kriegt den Auftrag, das Lagerfeuer zu entzünden. Am Anfang sah es nicht so aus, als würde das je was werden, dann aber loderte es dermaßen, dass man Angst kriegen konnte, dass das Wohnmobil so langsam in sich zusammenfallen würde, weil die Außenhaut schmilzt.

Heute spielt Ede Gitarre und unser Songbuch, Untertitel=jugendgefährdend, dient als Grundlage. Die Jungs halten sich erst gar nicht mit den Songs der ersten Seiten auf, sondern fangen gleich von hinten an (wo die Kinderlieder untergebracht sind). Kultur-politisch sehr bedenklich.

Aber, wie schon erwähnt, so eine Tour geht dann doch an die Substanz. Ich selbst liege ziemlich früh in den Federn und wie ich hörte, war das auch bei den anderen so. Wie in der letzten Nacht, wundere ich mich über meinen Zelt-Nachbarn Volker. Ich hatte vorher nicht gewusst, dass man so laut schnarchen kann. Die Quintessenz: beim nächsten Mal muss ich unbedingt aufpassen, ein einsames Plätzchen zu erwischen. Ich hatte manchmal das Gefühl, unsere Wiese bringt sämtliche Holzhäuser in Obermelsungen zum Einsturz.

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26.08.2007 - Tour 2: Obermelsungen/Campingplatz (FKM: 39) bis Körle/Wagenfurth (FKM: 52)

Nach unruhiger Nacht gehen nach und nach die Reißverschlüsse der Zelte auf. Heute müssen wir vor Abfahrt erst noch alles Zusammenpacken, obwohl Burkhard dann noch aushandelt, dass die Zelte bis nachmittags stehen bleiben können. Nun ja, mein Zelt ist bereits abgebaut und im Auto.

Nach dem wieder guten Frühstück geht es dann diesmal direkt am Campingplatz ins Wasser. Jana geht es heute wieder gut, so dass wir den heutigen Tag wieder im 4er-Pack paddeln. In Melsungen haben wir dann wieder eine Schleuse zu meistern und dabei haben wir auf der Brücke darüber ein großes Publikum. Gleich hinter der Schleuse links liegt ein wunderschönes Café direkt am Ufer und im danach liegenden Park sind viele Leute unterwegs. Einem Mann, der gerade Zeitung liest, rufe ich zu: "Und, was gibt es neues in der Welt" um im schönsten Berlinerisch die Antwort zu erhalten: "Ach nichts, die wollen alle blos mein Jeld."

Wir haben heute ja ein wenig Zeit, da es keine so weite Strecke ist und so lassen wir uns lange im Pulk mit fast allen Booten treiben. Lothar sucht netterweise wieder in der Zwischenzeit nach einer Ausstiegsstelle und, nachdem Burkhard dann längere Zeit mit ihm telefoniert hat, werden wir in Wagenfurth aussteigen.

Nun gibt es eine kleine Ansprache von Burkhard, da es wohl an der Ausstiegsstelle eine starke Strömung gibt, diese gleich hinter eine Kurve und erst spät zu sehen ist, müssen wir alle mit mdst. 100 Meter Abstand an landen. Problem dabei war, dass es zwei Brücken gab und da wir nun sehr viel Abstand hatten und es keine Information mehr gab, warteten alle Boote immer schön um dann festzustellen, dass es nach der Brücke doch noch weiterging.

Aber dann kommen wir endlich zu der Stelle und Sibylle ist inzwischen etwas flußaufwärts gelaufen um uns zu informieren und tatsächlich, jetzt taucht die Anlegestelle wirklich gleich hinter dem Gebüsch auf. Wir kommen etwas steil an und treffen nicht gleich den Steg, aber die Strömung ist nicht gar so stark, so dass wir dann doch noch gut andocken und schnell aussteigen um dem nächsten Boot Platz zu machen. (Wie mir Burkhard später noch erzählte, gab es wohl Knatsch mit einer anderen Kanu-Gruppe, die den ganzen Landungssteg blockierten und nicht so schnell reagierten wie Burkhard sich das wünschte. Die waren dann wohl etwas sauer).

Als nächstes werden die Boote gesäubert und auf den Hänger gehievt und dann heißt es wieder warten, bis die Fahrer zum Campingplatz zurückgefahren sind und uns abholen. Danach das gleiche Spiel bis wir wieder (fast) alle auf dem Campingplatz sind. Einige fahren direkt von Wagenfurth nach Hause.

Auf dem Campingplatz wird dann der Rest abgebaut - der Hänger mit der Verpflegung und allem Zubehör zusammengepackt und irgendwann geht es dann Richtung Heimat für alle. Melanie und Helmut fahren mit mir nach Rosbach. Es ist ziemlich viel los auf der A7/A5 und wir haben immer wieder Stau, aber auch das geht zu Ende und nachdem ich die beiden in Rosbach abgesetzt habe, geht es dann nach Hause.

Das Zelt noch mal aushängen (war noch nass) und alles aus- und aufräumen - dann will ich nur noch Schlafen.

Fazit: Wie immer wurde das Wochenende von Burkhard, Helmut und Sibylle hervorragend organisiert. Es hat uns an nichts gefehlt und diesmal kam ja noch die kurzfristige Umplanung dazu, was man gar nicht hoch genug loben kann. Es war wieder ein tolles Wochenende und ich freue mich schon auf kommendes Jahr. Es war die erste Tour ohne dass ein Boot gekenntert ist (eigentlich ein wenig langweilig - gar nichts zu erzählen im kommenden Jahr).
(Kleiner Nachtrag: dann, wenn es geht, im Roten Baron. Mein Rücken ist Zeltböden nicht mehr gewohnt - es darf mich auch jeder Weichei nennen).

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